Wichtiges zu BAföG

Das Bundesgesetz über individuelle Förderung der Ausbildung begleitet viele Studierende über Jahre. Erst als Unterstützung, um den Lebensunterhalt und das eigentliche Studium finanzieren zu können. Später als Verpflichtung, wenn der Staat sein Geld zurückfordert. Ohne diese finanzielle Hilfe über das Bundesausbildungsförderungsgesetz, den meisten besser als BAföG bekannt, wären viele angesichts der Kosten nicht in der Lage, ein Studium zu bestreiten. Genau aus diesem Grund wurde das BAföG ins Leben gerufen. Jeder, der die Voraussetzungen erfüllt, an einer Universität oder Hochschule aufgenommen zu werden, soll die Chance auch nutzen können, unabhängig von der sozialen Herkunft. Chancengleichheit bei der Bildung ist das oberste Ziel des Bundesausbildungsförderungsgesetzes. Dass neben dem Studium nicht mehr gearbeitet werden muss, konnte allerdings nicht erreicht werden. Über Zweidrittel der Studentinnen und Studenten jobben, um genug Geld zu haben. Die Statistik sagt aus, dass Studierende im Schnitt 770 Euro im Monat zur Verfügung haben.

Ein erfolgreicher Antrag auf BAföG ist nicht an besondere persönliche Voraussetzungen gebunden. Lediglich ein Höchstalter von 30 Jahren ist vorgegeben, mit einigen Ausnahmen. Wer etwa eigene Kinder oder kranke Angehörige betreuen musste, erfüllt diesen Tatbestand. Ansonsten gilt jeder, der erkennen lässt, dass er die für einen Abschluss nötigen Leistungen erbringt, vom Grundsatz her als förderungswürdig. Dazu muss die Uni oder Hochschule regelmäßig besucht werden. Mit Erreichen des fünften Semesters ist zusätzlich der Leistungsstand nachzuweisen. Zu diesem Zeitpunkt sollte man das für das vierte Semester geforderte Niveau haben.

Die Höhe der Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz richtet sich nach dem Bedarf und wird anhand von pauschalen Bedarfsbeträgen ermittelt. Das ist einmal der allgemeine Bedarf. Auf der anderen Seite ist es der Unterkunftsanteil, wenn eine eigene Wohnung bezogen wird. In die Berechnung fließen das eigene Vermögen und Einkommen sowie das Einkommen der Eltern ein. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer familienabhängigen Förderung. Da in der Vergangenheit gerade im Bezug auf die eigenen Vermögensverhältnisse sehr viel geschummelt wurde, hat das die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. In diesen Punkten sollte der Antrag auf BAföG daher sehr gewissenhaft und ehrlich ausgefüllt werden, um späteren Ärger zu vermeiden. Gemäß Bundesausbildungsförderungsgesetz darf man eine Rücklage in Höhe von derzeit 5.200 Euro haben. Berücksichtigt wird zudem der eigene Verdienst, sollte man einen Nebenjob haben. Ein weiterer Faktor, der sich auf die Höhe des BAföG auswirkt, ist das Einkommen der Eltern und, wenn man verheiratet ist, das des Ehegatten. In allen drei Fällen gelten entsprechende Freibeträge. Der Höchstbetrag, der über das Bundesausbildungsförderungsgesetz bewilligt wird, liegt derzeit bei 585 Euro. Im Schnitt sind es rund 408 Euro (Stand 2005), die an aktuell etwa 500.000 Studierende gezahlt werden.

Gefördert wird das Studium allerdings nicht unbegrenzt. Die Regelstudienzeit gilt als Obergrenze, nur mit einigen Ausnahmen, wie Schwangerschaft, Kindererziehung oder Behinderung, wird die Zahlung über längere Zeit fortgesetzt. Ansonsten muss eine Studienabschlussförderung beantragt werden, die auch nur in engen Grenzen gewährt wird. Da es sich beim BAföG um eine Kombination aus Zuschuss und zinslosem Darlehen handelt, muss zumindest die Hälfte der Förderung nach dem Studium zurückgezahlt werden. Wer besonders schnell oder gut war, kann mit einem Teilerlass rechnen. Ansonsten muss das Darlehen vierteljährlich getilgt werden, bis zu höchstens 10.000 Euro, wenn mit dem Studium nach dem 1. März 2001 begonnen wurde.

Die aktuelle Entwicklung beim BAföG lässt viele Studierende hoffen. Seit 2001 hat es keine Erhöhung mehr gegeben, trotz ständig steigender Lebenshaltungskosten. Im Gespräch (Stand Juli 2007) ist eine deutliche Anhebung zum Wintersemester 2007/2008. Angedeutet wurde ein Satz von zehn Prozent. Auch der Elternfreibetrag soll angepasst werden. Sinkende Studierendenzahlen haben bei vielen Politikern die Alarmglocken läuten lassen. Sie sehen den Standort Deutschland in Gefahr.