Bufdi und FSJ – Dienst auch ohne Zwang?

Donnerstag, 26. April 2012 10:11 in Allgemein, Geld, Schnickschnack, Studium

Mit der Abschaffung der Wehrpflicht ab Juli 2011 hat auch der Zivildienst sein Ende gefunden. Der „Ersatz“ dafür nennt sich Bundesfreiwilligendienst (BufDi). Daneben gibt es noch immer das Freiwillige soziale Jahr (FsJ). Wie die Bezeichnungen bereits verraten, sind diese Dienste, die sich im Wesentlichen nur im Namen voneinander unterscheiden, freiwillig. Niemand muss sich dafür entscheiden. Warum sollte man es aber trotzdem tun? Oder warum gerade nicht?

Vorteile:

Man hilft Menschen. Die sozialen Einrichtungen sind auf die Freiwilligendienstleistenden angewiesen. Sie brauchen flexible und günstige Arbeitskräfte. Man sammelt wertvolle Erfahrungen und erhält Perspektiven, die einem vorher möglicherweise verborgen geblieben sind (Behinderung, Krankheit, …). Ein Freiwilligendienst kann als Brückenjahr, als Zeit zur Orientierung genutzt werden. Darüber hinaus kann man den Dienst auch als eine Art Praktikum ansehen, um herauszufinden, ob man später im sozialen Bereich arbeiten möchte. In bestimmten Fällen kann ein Freiwilligendienst in einer sozialen Einrichtung sogar für Bewerbungen anerkannt werden, die Praktika oder Berufserfahrung im sozialen Bereich voraussetzen. Es kann sein, dass die Arbeitsbelastung nicht sehr hoch ist und man viel Freizeit hat. Dies kann aber auch ganz anders sein (siehe Nachteile).

Nachteile:

Es kann passieren, dass die Einrichtungen die Freiwilligendienstleistenden ausnutzen, indem sie ihnen Nachtschichten, Wochenenddienste und enorme Arbeitspensen aufzwängen. Hierzu sollte man sich im Voraus über die Einrichtung informieren und möglicherweise mit vorigen Freiwilligendienstleistenden sprechen. Die tägliche Arbeit mit Behinderung, Krankheit und Alter ist nicht für jeden etwas. Man sollte sich im Klaren darüber sein, ob man mit den Eindrücken und Aufgaben umgehen kann. Die Bezahlung bewegt sich auf 400-Euro-Basis, das ist für einen Vollzeitjob nicht viel. Wenn man weniger als sechs Monate Zeit für einen Freiwilligendienst hat, wird dieser nicht als solcher anerkannt. Erst ab sechs Monaten Dienstzeit erhält man am Ende eine Bescheinigung über die Ableistung des FsJ/BufDi.

Es wird deutlich: Eine eindeutige Empfehlung für oder gegen einen Freiwilligendienst lässt sich nicht aussprechen. Wichtig ist, sich genau über die Einrichtungen zu informieren und sich klarzumachen, ob man für solch einen Dienst geschaffen ist. Wenn man dies sorgfältig tut, kann ein Freiwilligendienst ein Jahr voller Spaß und Erfahrungen sein, in dem man Menschen Gutes tut.

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