Das Bild der Studenten

Mittwoch, 25. April 2012 9:47 in Allgemein, Schnickschnack, Studium

Das Bild der Studenten in der öffentlichen Wahrnehmung ist seit jeher größeren Schwankungen unterworfen. So erkennt die Öffentlichkeit einerseits ihre Rolle als zukünftige Elite an und würdigt den größeren Pragmatismus der gegenwärtigen Studentengeneration, sieht aber durchaus noch Defizite im Bereich einer zügigen und praxisorientierten Studiengestaltung.

Der angebliche große Freizeitfaktor des Studiums

In der Wahrnehmung der Öffentlichkeit verfügt der Student immer noch über zu lange Semesterferien, die ihm viel Freizeit einräumen und ihm die Möglichkeit eröffnen zu reisen und Party zu machen. Auch das Bild des in seiner Studienzeit vielen sexuellen Beziehungen nachgehenden Studenten kursiert noch in vielen Köpfen. Alles in allem herrscht noch immer die Meinung vor, dass der Student schneller studieren könnte. Dass viele Studenten in den Semesterferien arbeiten sowie Semester- und Abschlussarbeiten verfassen müssen, wird vielfach nicht hinreichend gewürdigt.

Der Student als fleißigeres und pragmatischeres Wesen

Trotz der oben geschilderten stereotypen Sichtweise des Studenten, wird der Studentengeneration von heute insgesamt doch mehr Pragmatismus, Ehrgeiz und Karriereorientiertheit zugebilligt als früheren Studentengenerationen. So ist sich die Öffentlichkeit sehr wohl bewusst, dass die heutigen Studenten weniger radikal sind als ihre Vorgänger der 68-er Generation. Auch gelten Studenten als kommende Elite, die heutzutage vergleichsweise ehrgeizig und karriereorientiert ihr Studium betreibt, und dafür auch kürzere Studienzeiten und Studiengebühren in Kauf nimmt. Auch die Bereitschaft vieler Studenten zum kostenaufwendigen Auslandaufenthalt zwecks Verbesserung der sprachlichen und kulturellen Kompetenz wird in der Öffentlichkeit positiv beurteilt. Allerdings wird vielfach noch der Vorwurf erhoben, die für Deutschlands zukünftige Entwicklung als Wirtschaftsnation so wichtigen technischen Studiengänge, wie etwa die Ingenieurswissenschaften, würden zu wenig nachgefragt, und stattdessen zu viel Gewicht auf die Geisteswissenschaften und Sprachwissenschaften gelegt. Andererseits gibt es auch viele Menschen, die gerade die geschilderte größere Karriereorientiertheit und Zielstrebigkeit der heutigen Studentengeneration als Zeichen einer geringeren studentischen Bereitschaft kritisieren, sich idealistisch für die Verbesserung gesellschaftlicher Zustände zu engagieren.

Fazit

Das Bild des Studenten in der Öffentlichkeit hat sich gegenüber den 1970-er und 1980-er Jahren etwas aufgehellt. So wird ihm –oder ihr- heute weniger Radikalität und größere, karriereorientiertere Zielstrebigkeit attestiert als früher. Gleichwohl halten sich Stereotype wie zu viel Freizeit oder zu wenig Bereitschaft zur Aufnahme technischer Studiengänge doch hartnäckig.

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