Die Wissensgesellschaft

Mittwoch, 11. April 2012 13:01 in Geld, Studium, Tipp

Die westlichen Abreitsgesellschaften sind seit Jahrzehnten in einem Wandel, der sämtliche wichtige Bereiche der Gesellschaft betrifft. Die einstigen Industrie-, dann Dienstleistungsgesellschaften, verwandeln sich in Informations- bzw. Wissensgesellschaften! Die Ideen werden hier, die Dinge dort produziert, wohin wir unsere alte Industrie verlagert haben, z. B. in Indien oder in China. Daher ist es auch keine Überraschung, dass längere und tiefergehende Bildung im Beruf höher entlohnt wird.

Ferner kommen die Rufe nach mehr Fachkräften nicht aus dem Nichts. Bildung umfasst in diesem Kontext sowohl die schulische, als auch die berufliche Ausbildung sowie das Studium. Wenn längere Bildung höher entlohnt wird, dann stellt sich die Frage, warum und weshalb das so ist!? Zunächst betrachten wir die Seite des Arbeitnehmers: der Arbeitnehmer bietet auf dem Arbeitsmarkt seine Ware “Arbeitskraft” an. Wie jede andere Ware, mit der gehandelt wird, schaut sich der Käufer die Qualität der Ware an und orientiert sich nach ihr. Höherwertige Produkte sind auch dementsprechend teurer. So ist eine Investition in das eigene Wissen, in die eigene Bildung, also in die eigenen Fähigkeiten, in gewisser Weise eine Investition in die Lebens-Chancen. In unserem Kulturkreis hängen die Lebens-Chancen vom Einkommen ab, welches wiederum von der Bildung abhängt.

Kommen wir nun zu der Seite der Arbeitgeber, das ich an einem simplen Beispiel erläutern will: Alle Iphone-Besitzer wissen, dass ihr Smartphone von Apple aus Kalifornien/USA stammt. Schaut man sich die Rückseite des Geräts an, liest man den Satz: Made in China. Warum ist das so? Die High-Technologie (Software, Betriebssystem etc.), die Idee und die Konfiguration werden in Kalifornien ins Leben gerufen und die eigentliche Produktion findet in China statt. Welches Land braucht jetzt welche Arbeitskräfte mit welchen Kenntnissen? Die Apple-Mitarbeiter sind meistens Fachkräfte, Menschen mit sehr hoher beruflicher Qualität und Qualifikation. Sie werden sehr gut bezahlt, weil sie erstens lange und auf hohem Niveau gelernt haben, also in ihre Bildung investiert haben und zweitens, ihre Ideen (Produkte) weltweit sehr nachgefragt sind. Die Ideenproduzenten sind sozusagen die Gewinner der Moderne. Die chinesischen Arbeiter, deren billige Löhne auch uns bekannt sind, brauchen ganz andere Kenntnisse als die Mitarbeiter von Apple Kalifornien. Ihre Arbeit umfasst mehr handwerklich industrielle Tätigkeiten oder die Arbeit am Fließband. Ein Zustand der Ökonomie, welches hier vor 50 Jahren noch den Kern der Wirtschaft ausmachte. Die beiden Arbeitnehmer, der amerikanische und der chinesische, haben unterschiedliche Tätigkeiten und Löhne, obwohl sie am Ende ein und dasselbe Produkt herstellen. Wir hier in Europa gehören eher zu der amerikanischen Variante von Arbeit und Wirtschaft. Daher ist es nichts überraschendes, das hier längere Bildung höher entlohnt wird.

Die Menschen, aber auch vor allem der Staat, sollten mehr in Bildung, Fortbildung und Ausbildung der Menschen investieren, damit wir unsere priviligierte Position auf dem Weltmarkt schützen und weiter voranbringen können. Betrachtet man die letzten Jahrzehnte, so wird deutlich, dass die qualifizierte Arbeit immer mehr nachgefragt wird und die unqualifizierte immer mehr an Bedeutung verliert. Wir sollten uns endlich von der Furcht vor “Auslagerung und Lohndumping” lösen und uns auf das Wesentliche konzentrieren, heißt also in uns selbst investieren.

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