Finanzprodukte: Das Kredit-Derivat

Freitag, 26. Februar 2010 12:07 in Finanzierung, Kredit

In der vergangenen Finanz- und Wirtschaftskrise wurden Kreditderivate von einigen Experten als Ursache und Verstärker dergleichen beschuldigt. Doch was sind Kreditderivate? Kreditderivate sind wie alle anderen Derivate an der Börse handelbare Finanzprodukte. Mit ihnen können Risiken, welche zum Beispiel durch den Kauf von Aktien, Anleihen oder der Ausgabe von Krediten entstehen, minimiert werden. Das Risiko für einen Ausfall oder Wertverlust der erworbenen Finanzprodukte wird an den sogenannten Sicherungsgeber weiterverkauft. Dieser erhält im Falle eines Ausfalls eine finanzielle Entschädigung, sein Kreditderivat gewinnt an Wert.

Die Credit Default Swaps:

Mittlerweile gibt es mehrer Arten von Kreditderivaten. Die Credit Default Swaps, kurz CDS, stellen die häufigste Form der Kreditderivate dar. Bei ihnen wird der Sicherungsgeber, der Risikonehmer, entschädigt, wenn sich die Bonität des Emittenten verschlechtert. In den meisten Fällen werden die Kreditnehmer nicht über die Ausgabe von einem Derivat auf ihren Kredit informiert, für die Banken jedoch ist es eine effektive Möglichkeit sich gegen einen möglichen Ausfall des Kredites, falls der Kreditnehmer insolvent wird oder nicht in der Lage ist seinen Kredit
abzuzahlen, abzusichern.

Total Return Swaps und Credit Linked Notes:

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht teilt Kreditderivate in zwei weitere Kategorien ein. Die Total Return Swaps, kurz TRS, werden genutzt, wenn der Sicherungsnehmer das komplette Risiko auf den Sicherungsgeber übertragen möchte. Letzterer übernimmt neben dem Kreditrisiko auch das gesamte Kursrisiko und wird im Gegenzug vom Sicherungsnehmer, mit Zinsen, dafür entschädigt. TRS erfreuen sich besonders bei Pensionfonds und Versicherern an Beliebtheit, da diese so ihre volatilen Anlagen absichern.
Die dritte Kategorie sind die Credit Linked Notes, auf deutsch Synthetische Unternehmensanleihen genannt. Die Höhe der Rückzahlung wird dabei im vornherein vertraglich festgelegt und wird erst ausgezahlt, falls das festgelegte Ereignis wirklich eintritt. Falls dies nicht der Fall ist, erhält der Sicherungsnehmer den zur Sicherung eingesetzten Betrag komplett zurück.

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