Was sind Studiengebühren?

In vielen Bundesländern Deutschlands werden seit geraumer Zeit Studiengebühren erhoben. Dieser Text dient zur Klärung der Begrifflichkeit "Studiengebühren".

1) Definition
Bei Studiengebühren handelt es sich um einen fixen Betrag, den jeder Student pro Semester an die Hochschule zu zahlen hat, um an den Lehrveranstaltungen des jeweiligen Semesters teilnehmen zu dürfen. Nicht zu verwechseln ist es mit dem sog. "Studienbeitrag". Dieser Beitrag beinhaltet neben Sozialbeiträgen an die Studierendenschaft auch den Verwaltungskostenaufwand der Universität. Studiengebühren werden jedoch direkt an die Universität gezahlt.

2) Sinn und Zweck / Verwendung der Studiengebühren
Sie tragen weiterhin zu einer Senkung der durch ein Studium enstehenden Kosten für den Träger der Hochschule bei. Sinn und Zweck der Studiengebühren ist eine Verbesserung der Studienbedingungen. So kommen den Fachbereichen ein Anteil der Gebühren zu, die sie wiederum für Anschaffung von zusätzlichen Lehrmaterialien, von elektronischen Geräten, Schaffung von HiWi-Stellen und als Zuschüsse für anstehende Exkursionen aufwenden können. So kommt dem Studenten auf diesem Wege ein Teil seiner geleisteten Gebühren wieder zu Gute. Die restlichen Gebühren verbleiben bei der Universität selbst. Hiervon können u.a. Bedienstete (Personal, Professoren, Dozenten ...) oder auch anstehende Renovierungskosten oder "Verschönerung" der Universität eingesetzt werden.

3) Höhe der Studiengebühren
Die Höhe der erhobenen Studiengebühren variiert von Bundesland zu Bundesland und liegt bei höchstens 500,-€ pro Semester.

4) Wo werden überhaupt Studiengebühren erhoben?
Studiengebühren werden z.Zt. in folgenden Bundesländern für ein Erststudium erhoben: Baden-Württemberg (500€), Bayern (500€), Hamburg (375€), Niedersachsen (500€), Nordrhein-Westfalen (bis 500€) und Saarland (500€; 1.+2. Semester 300€)

5)Pro / Contra Studiengebühren
Pro: Steigerung des Wertes des Studiums bei und dadurch auch zu einer Steigerung des Engagements der Studenten, kleiner Lerngruppen durch mehr Dozenten= grösserer Lernerfolg, bessere Ausstattung der Universitäten
Contra: Verschärfung der sozialen Selektion, Höhere Mehrbelastung für Studenten und Eltern, nicht sozial, Bundesländer stehen in der Pflicht für eine angemessene Ausstattung der Universitäten zu sorgen.