Sozialhilfe für Studenten (Grundsicherung zum Lebensunterhalt)

Der Begriff der Sozialhilfe ist seit 2005 eigentlich veraltet. Grundsicherung zum Lebensunterhalt nennt sich die staatliche Hilfe jetzt. Arbeitssuchenden ist sie besser als Arbeitslosengeld II bekannt, dem Ergebnis aus der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe. Geregelt wird das ALG II für alle, die arbeitslos sind und dem Arbeitsmarkt mindestens für drei Stunden am Tag zur Verfügung stehen, über das Sozialgesetzbuch II. Die Sozialhilfe für alle, die nicht arbeitsfähig sind, über das Sozialgesetzbuch XII. Die Bedingungen, um Leistungen zu erhalten, sind sehr streng. Studierende erfüllen sie in der Regel weder beim ALG II noch bei der Sozialhilfe. Für sie ist es besonders schwer, Hilfe zu Lebensunterhalt zu beantragen. Sie müssen schon einen besonderen Härtefall nachweisen können, damit die Grundsicherung gezahlt wird.

Das liegt daran, dass Studenten vom Grund her Anspruch auf Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) haben. Das gilt für fast alle Studenten. Dabei zählt nicht, ob auch wirklich BAföG beantragt wurde. Alleine die Möglichkeit ist ausschlaggebend. Um dennoch finanzielle Unterstützung oder zumindest ein Darlehen vom Staat zu erhalten, muss der besagte Härtefall vorliegen. Das ist unter anderem bei Behinderungen gegeben, wenn sich daraus ein Mehrbedarf ergibt, der übernommen werden muss.

Ein solcher Mehrbedarf, der sich bei Behinderten beispielsweise auf eine Pflegekraft bezieht, kann auch von Studentinnen geltend gemacht werden, die schwanger oder schon Mutter geworden sind. Berechnet wird der Mehrbedarf anhand des Regelsatzes. Während der Schwangerschaft sind das derzeit 17 Prozent (59 Euro bei Alleinstehenden), anschließend 34 Prozent, was rund 124 Euro monatlich entspricht.

Etwas schwerer ist es, Krankheit als Härtefall durchzusetzen. Vorstellbar ist beispielsweise, dass sich dadurch das Studium verzögert und kein BAföG mehr gezahlt wird. Um überhaupt eine Chance zu haben, muss es sich um eine schwerwiegende Krankheit handeln, durch die man daran gehindert wird, einer Arbeit nachzugehen, oder aber bei der sich durch Arbeit eine Gefährdung der Gesundheit ergibt. Verlangt wird in solchen Fällen oft, dass man sich exmatrikuliert. Darauf sollte man sich nicht einlassen, um den Studienplatz nicht zu verlieren. Allerdings wird es einige Mühe kosten, als Härtefall anerkannt zu werden. Überlegt werden sollte in solchen Fällen, ob eine Beurlaubung und damit der Wegfall des BAföG-Anspruches nicht der bessere Weg wäre.

Informationen zum Unisex-Tarif in der Riester Rente findet Ihr hier.