Stipendien für Studenten

Finanzielle Unterstützung für das Studium gibt einerseits vom Staat in Form von Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG. Andererseits hat sich in der Bundesrepublik eine Vielzahl von Stiftungen und Begabtenförderungswerken etabliert, die insgesamt weit über 10.000 Studierenden mit Fördergeldern unter die Arme greifen. Das Ammenmärchen, nur „Überflieger“ hätten die Chance, in den Genuss eines Stipendiums zu kommen, sollte man ganz schnell vergessen. Gewisse schulische Leistungen sollte man zwar nachweisen. Ansonsten sind die Bedingungen, zu den die Stipendien vergeben, so unterschiedlich wie der Hintergrund der Stiftung.
Die Richtschnüre sind ganz verschieden gespannt. Stehen politische Parteien hinter dem Stipendium ist politisches Engagement in der Regel Voraussetzung, um in die engere Wahl zu gelangen. Bei kirchlichen oder sozial orientierten Stiftungen kommt es eher auf das soziale Engagement an, das beispielsweise mit aktiver Jugendarbeit nachgewiesen werden kann. Manchmal sind es auch einfach die Noten, mit denen man den potentiellen Förderer überzeugt. Einige Stipendien sind zudem an die Hochschule oder an einen bestimmten Ort gebunden, andere konzentrieren sich auf einzelne Fachrichtungen, Sprachen oder richten sich ausschließlich an Frauen oder Kinder von Mitarbeitern bestimmter Konzerne. In dem bunten Sammelsurium an Möglichkeiten, immerhin gibt es rund 2000 Stiftungen, findet sich für nahezu jeden Topf auch der passende Deckel. Ob er auch gewährt wird, liegt dann im Ermessen des Geldgebers.

Empfehlenswert ist es, sich schon vor dem Studium oder zumindest in den ersten Wochen einen Überblick zu verschaffen, welche Stipendien in Frage kommen. Ansprechpartner sind in der Regel die Studierendenvertretungen und auch die Studienberatung. Sie wissen meistens, welche Fördermöglichkeiten für die jeweilige Universität oder den Studiengang angeboten werden. Die entsprechenden Informationen kann man sich dann direkt bei der Stiftung oder dem Förderwerk anfordern. Wie genau die Bewerbung auszusehen hat, muss den Bedingungen entnommen werden.
Teilweise muss man sich auch gar nicht erst bewerben, sondern kann das Stipendium „gewinnen“. Ganz so einfach wie das klingt, ist es nicht. Manchmal lohnt es sich ganz einfach, auf die Aushänge in der Schule zu achten oder sich an einer der Olympiaden zu beteiligen, die beispielsweise im Fach Chemie jährlich stattfindet. Auch „Jugend forscht“ gehört zu den Optionen, bei denen ein Stipendium winken kann. Häufig steht die Studienstiftung des deutschen Volkes hinter diesen Stipendien. Natürlich erhält nicht jeder, der aktiv an einem der Wettbewerbe teilnimmt – ob nun ein Aufsatz zur Geschichte oder eben die Chemie-Olympiade – auch ein Stipendium. Hier sind herausragende Leistungen gefragt. Die Belohnung kann sich sehen lassen.

Denn Stipendien orientieren sich in der Höhe am BAföG. Derzeit liegt der Höchstsatz, der als Stipendium gewährt wird, bei 585 Euro im Monat. Ein stattlicher Betrag, der einen Großteil der Kosten für ein Studium decken sollte. Handelt es sich um ein Promotionsstipendium, kann der Betrag auf 920 Euro plus 100 Euro Forschungspauschale steigen. Manchmal ist es auch erheblich weniger. Wird beispielsweise nur Büchergeld gezahlt, liegt der Satz bei monatlich rund 80 Euro. Dieses Geld muss nicht zurückgezahlt werden, dafür sind bei vielen Stiftungen einige Bedingungen zu erfüllen. Das kann der Nachweis bestimmter Leistungen, sprich Scheine je Semester, sein. Andererseits besteht häufig die Pflicht an Veranstaltungen teilzunehmen, etwa wenn das Stipendium von Parteien zur Verfügung gestellt wird. Wenn kein Geld gezahlt wird, handelt es sich um eine ideelle Förderung. Darunter fallen Ferienakademien und Symposien, Maßnahmen also die der persönlichen Förderung dienen und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern sollen.

Einen ersten Überblick, wer was wie fördert, hält auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung bereit. Erhältlich ist beispielsweise eine Broschüre zu den elf Begabtenförderungswerken in der Bundesrepublik Deutschland. Das sind im Einzelnen:
– Studienstiftung des deutschen Volkes
– Cusanuswerk – Bischöfliche Studienförderung
– Evangelisches Studienwerk Villigst
– Hans-Böckler-Stiftung
– Stiftung der deutschen Wirtschaft
– Begabtenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
– Heinrich-Böll-Stiftung
– Friedrich-Ebert-Stiftung
– Studienwerk der Rosa Luxemburg Stiftung
– Begabtenförderung der Friedrich-Naumann-Stiftung
– Begabtenförderung der Hans-Seidel-Stiftung e.V.

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