für Studenten
und Mobilfunk Glossar
Studienfonds für Studenten
Private Universitäten haben einen leicht elitären Touch. Sie müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, ihre Pforten nur für jene zu öffnen, deren Eltern das nötige Kleingeld haben, um die teils horrenden Gebühren überhaupt zahlen zu können. Dass es teurer ist, an einer privaten Universität zu studieren, daran gibt es keinen Zweifel. Dass ausschließlich Kinder reicher Eltern diesen Weg beschreiben können, ist schlichtweg falsch. Eliteuniversitäten setzen auf Nachwuchs, der den hohen Bildungsstandards gerecht wird, bereits ist, Leistung zu zeigen und das Studium mit hervorragenden Ergebnissen zügig abzuschließen. Damit jeder, der diese Erwartungen erfüllt, die Möglichkeit hat, sich unabhängig vom Einkommen und Vermögen der Eltern zu beweisen, haben einige Universitäten ein Modell der Studienfinanzierung ins Leben gerufen, das wegweisend ist: Studien- oder Bildungsfonds.
Sie sind weit weniger bekannt als BAföG und
Bildungskredite, haben aber das Potential, zukünftig eine der
Hauptrollen zu übernehmen, wenn es darum geht, ein Studium zu
finanzieren, nicht nur an privaten Universitäten. Vom Prinzip
her ähneln sie einem Darlehen, sind in punkto
Rückzahlungsmodalitäten aber gänzlich anders
gestrickt. Einen Studienfonds muss man sich wie einen großen
Topf vorstellen, in den private sowie institutionelle Geldgeber und
Unternehmen einzahlen. Die Zusammensetzung unterscheidet sich je nach
Fonds. Aus diesem Topf erhalten ausgewählte Studierende
monatlich einen Betrag, der weit über dem liegt, was der Staat
zahlt. Bis zu 1.000 Euro monatlich sind möglich, insgesamt
rund 30.000 Euro, abhängig von den Statuten und Bedingungen
des Fonds. Einmalzahlungen für Auslandssemester lassen sich
jederzeit vereinbaren. Bezahlt wird im Schnitt nicht länger
als die Regelstudienzeit plus ein Semester dauert.
Bis zu diesem Punkt gibt es keinen Unterschied zu einem
herkömmlichen Studentenkredit, abgesehen von der Summe. Er
zeigt sich erst, wenn es an die Rückzahlung geht. Sie kann auf
zwei verschiedenen Wegen erfolgen: verdienstabhängig oder
verdienstunabhängig. Bei der verdienstabhängigen
Tilgung wird direkt im Anschluss an das Studium bzw. mit Aufnahme eines
(gut bezahlten) Jobs ein vorher vereinbarter Prozentsatz des Einkommens
– die Bandbreite reicht von vier bis zu 15 Prozent
– gezahlt. Der Zeitraum erstreckt sich abhängig vom
Fonds auf bis zu neun Jahre. Ist man die gesamte Zeit über
arbeitslos, sehen die Konditionen der meisten Fonds vor, dass kein Cent
gezahlt werden muss. Bei der verdienstunabhängigen Variante,
die eher selten vorkommt, wird für einen festen Zeitraum ein
fester monatlicher Betrag fällig.
Da man von vorneherein nie sagen kann, ob man nach dem Studium einen Arbeitsplatz findet und wie gut die Stelle bezahlt ist, handelt es sich beim verdienstabhängigen Studienfonds immer um ein kleines Glücksspiel. Es besteht einerseits die Möglichkeit, weit weniger zurückzahlen zu müssen, als man erhalten hat. Im Extremfall, bei langer Arbeitslosigkeit, fließt gar kein Geld in den Fonds zurück. Andererseits kann die Summe je nach Einkommen den Betrag, den man im Laufe des Studiums erhalten hat, deutlich übersteigen. Darauf bauen die Renditehoffnungen der Geldgeber auf. Sie erwarten, dass für das Geld, das sie in den Topf geworden haben, regelmäßig zumindest ein „Teller Suppe“ für sie herausspringt. Eine Garantie dafür gibt es nicht. Ebenso müssen Studierende, die sich für einen Studienfonds entschieden und die Zusage erhalten haben, über das Risiko bewusst sein, dass die Finanzspritze recht teuer werden kann.
Angeboten werden Studien- oder Bildungsfonds zum einen von den Universitäten, zum anderen von gewerblichen Vermittlern. Beide setzen eine Bewerbung voraus. Ob nun auf Bestnoten geachtet wird oder auf sonstige Fähigkeiten und Leistungen, variiert von Fonds zu Fonds. Entscheidend für die Vergabe ist, dass Potential erkennbar ist. Das Potential, das auf Dauer auf eine sehr gut bezahlte Stellung hinausläuft.
Hier findet Ihr alle Informationen zum Thema Krankenhaus-Tagesgeld.









